Ein langer Weg bis zur Tiergestützten Therapie 

Mein Wunsch. Hunde in meine Arbeit mit den Menschen / Patienten  zu integrieren hatte ich schon lange, nur hatte ich meinen Hunden  diese Aufgabe nicht  so recht zugetraut.

Meine Boxer waren zwar extrem menschenfreundlich aber teilweise doch sehr  lebhaft und stürmisch, so konnte ich mir nicht vorstellen sie in die Klinik zu integrieren. Obwohl gerade mein Boxerrüde Athos gezeigt hat, wie sensibel er mit meinem Mann nach seinem Apoplex umgegangen ist.

Der Weg zum eigenen Therapie-Hund war noch lange.

 

Viele Menschen erfreuen sich am Kontakt mit Hunden, sie vermitteln  Ihnen Lebensfreude, Wärme, Geborgenheit und Glück.

Auch die meisten  Hunde haben das Bedürfnis nach Nähe. Sie genießen die Zuwendung und gehen gerne eine enge Bindung mit dem Menschen ein und leben in engem sozialem Verbund mit Ihnen.

 

So kann man diese Eigenschaften nutzen um den Hund zum Partner in der Therapie zu gewinnen.

Die Anwesenheit eines Hundes hat auf Menschen/Patienten meist eine wohltuende Wirkung.

Sie wirken oft als „Türöffner“, schaffen eine entspannte Atmosphäre, hervorgerufen durch den wertungsfreien Umgang des Hundes mit den Menschen. Sie achten nicht auf Äußerlichkeiten, Beruf, Bildung oder Kleidung, oder  was auch sonst. Sie erkennen den Menschen als solchen sofort an.

Hunde leben in „Echtzeit“ im Heute und Jetzt.  Wenn der Mensch ihnen sympathisch ist steht einer Kontaktaufnahme nichts im Weg.

 

Dieser positive Effekt von Hunden auf den Menschen lässt sich noch steigern, wenn Hunde gezielt zu therapeutischen Zwecken geschult und eingesetzt werden.

Bei einem vertrauensvollen Miteinander entsteht eine emotionale Bindung zwischen Mensch/Patient und Hund/Tier so können  Brücken gebaut werden, wo die menschliche Kommunikation endet!  Die positive Wirkung des Hundes auf den Mensch ist enorm und nach vielen verschiedenen Studien auch wissenschaftlich nachweisbar.

Bei Menschen die Hunde mögen, hat die Interaktion mit dem Tier eine „Türöffner- Funktion“, denn sie kann eine fachtherapeutische Behandlung ermöglichen oder erleichtern.

Dennoch: Hunde sind immer "nur" eine Ergänzung zur menschlichen Arbeit.

 

Hunde/Tiere, die in der Tiergestützten Therapie eingesetzt werden sollen, müssen zuvor getestet werden, um festzustellen ob sie die gewünschten Verhaltenskriterien erfüllen.

 

Ein Hund sollte immer nur mit klar definierten und realisierbaren Zielen eingesetzt werden und auch nur wenn zuvor geklärt ist ob dies die Menschen /Patienten auch wünschen. Er darf nicht als Nonplusultra generell bei jedem Patienten zum Einsatz kommen!

 

Schwierig bei dem Thema „Tiergestützte Therapie“ ist: es gibt keine klare rechtlich gesicherte Definition, was eigentlich genau damit gemeint ist. Es gibt keine einheitlichen „Lehrpläne“ wenn man die verschiedenen Organisationen, Hunde-Schulen, oder sich sonst wie berufenen Kursanbieter vergleicht.

Es werden Kurse angeboten die sich nicht nur preislich stark unterscheiden, sondern auch unterschiedliche Wege gehen und unterschiedliche Auffassungen darüber haben, was ein Hund/Tier leisten und aushalten soll-muss.

 

Erst langsam setzt sich eine gewisse wissenschaftliche Herangehensweise durch.

ESAAT (European Society for Animal Assisted Therapie) ist ein Institut, das Standards für die Tiergestützte Therapie definiert und eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung zertifiziert.

Ein weiteres Institut,das Freiburger Institut für tiergestütze Therapie -FITT wurde von der ESAAT akkreditiert und unterliegt den Anforderungen des ESAAT.

Tiergestützte Therapie im Krankenhaus - Wofür? Warum ?

Ziel der Tiergestützten Therapie ist es, einen stimmungsaufhellenden, aktivierenden und stabilisierenden Effekt bei kranken und hilfsbedürftigen Menschen zu erreichen.

Tiergestützte Therapie dient der Förderung und der Erhaltung physischer, psychischer, mentaler und sozialer Fähigkeiten.

 Bei dem Umgang mit Tieren werden angenehme Emotionen und ein Gefühl der Geborgenheit hervorgerufen, somit wird oft die Grundstimmung des Patienten positiv beeinflusst.

Zusätzlich erweckt der Umgang mit Tieren ein Gefühl des "Gebrauchtwerdens".

Bei älteren und chronisch kranken Menschen verbessert sich so nachgewiesenermaßen der subjektive Gesundheitszustand nachhaltig.

Daraus resultiert eine höhere Zufriedenheit und Stress wird zusätzlich abgebaut.

Ein Tier/Hund kann auch als "Türöffner" dienen, in dem er einen neuen Gesprächsstoff liefert. Somit kann an das, dem Tier entgegengebrachte Vertrauen, angeknüpft werden.

 Befürchtungen das Tiere ein zu großes Infektionsrisiko bedeuten, zeigt es sich, dass Erfahrungsgemäß ein Großteil der Krankenhauspatienten ausreichend abwehrstark sind, um mit Tieren in Kontakt treten zu können, ohne ein erhöhtes Gesundheitsrisiko zu befürchten. (STUDIE Psychoneuroimmunologie )

Tiere stellen eine wertvolle Ergänzung in der Therapie dar.

Klare Konzepte, gut ausgebildete Therapie- Hunde- Teams sollten das Risiko einer Verletzung oder Infektion sehr gering halten mit Tieren/ Hunden im Klinikbereich zu arbeiten.

Die Therapiemaßnahmen sollten in der Gesamtkonzeption und Klienten individuell sorgfältig geplantwerden. Die Durchführung erfolgt entsprechend dem Therapie Konzept.

Konzept:

AAT = Animal Assisted Therapy Tiergestützte Therapie ist möglich, da Ausgebildete Physio- Ergotherapeuten vorhanden sind.

Klardefinierte Therapieziele von Therapeuten durchgeführt

AAA = Animal Assited Activities  Tiergestützte Aktivitäten (Besuchsdienst etc.)